Deon Meyer: Cobra

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Bennie Griessel lernt dazu

„Wer hat behauptet, dass man einem alten Hund keine neuen Kunststückchen beibringen könnte?“
Vaughn Cupido zu Bennie Griessel, S.364

Zum Inhalt:
Auf einem Weingut werden drei Bodyguards erschossen, ein bekannter britischer Mathematiker wird vermißt. Die südafrikanische Polizeieinheit Valke mit dem bewährten Team unter Bennie Griessel ermittelt – aber auch der Geheimdienst schaltet sich ein …
Was hat ein Taschendieb, der Touristen um Geld, Handys und andere Wertsachen erleichtert mit dem Fall zu tun ?
Zudem hat Bennie Griessel private Probleme – mit Freundin Alexa, bei der er inzwischen eingezogen ist – Wird er sein Alkoholproblem weiterhin im Griff haben ?

Mein Leseeindruck:
Dies ist nach „Sieben Tage“ mein zweites Buch, das ich von Deon Meyer gelesen habe – und ich fand es fast noch besser ! Allerdings finde ich die Grenzen von Krimi und Thriller hier fließend, es ist für mich mehr der Kriminalfall mit den polizeilichen Ermittlungen im Vordergrund.
Der neue Fall von Bennie Griessel ist fesselnd geschrieben, voll lebendig gezeichneter Figuren, die ich mir wie im Film vorstellen konnte. Meine besonders sympathische Hauptfigur ist Polizistin Mbali , die eine echt starke Frau ist, die sich zu wehren weiss und ihre Prinzipien hat.
Insgesamt eine sehr spannende Fortsetzung der Fälle um Bennie Griessel, die ich gerne weiterempfehle.


Chorsänger vor dem Auftritt — Und sie singen für ihr Leben …

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Die Magie gesungener Klänge …Chorsänger vor dem Auftritt

Die Autorin:

Corinna Rösel-Tabken wurde 1967 in Vohenstrauß in der Oberpfalz geboren. Dort gründete sie mit 17 Jahren ihren ersten Chor, einen Kinderchor. Es folgten ein Studium in Operngesang und eines in Gesangspädagogik, beide am Richard-Strauss-Konservatorium in München. In Montréal bekam sie den letzten Schliff als Sängerin, gewann dann noch einen Preis bei einem internationalen Gesangswettbewerb und verabschiedete sich dann von der Oper. Sie widmet sich ganz dem Weitergeben von Musik, dabei ist ihr Stil geprägt von der intensiven Beschäftigung mit Stimme, Chorleitung und Psychologie. Corinna Rösel-Tabken gibt Gesangsunterricht, komponiert und arrangiert Stücke für ihre Chöre, entwickelt Seminare und führt Workshops durch. Sie begleitet Chöre als Stimmbildnerin und Coach.  www.erlebnis-singen.de (Quelle: Strube-Verlag)

Mein Leseeindruck:

Nach ihrem lesenswerten Fachbuch für Chorleiter und Chorsänger „Kosmos Chor – Chorrekter Umgang “ nun etwas völlig neues, eine Erzählung, die Gedanken, Stimmungen und Motive von Chorsängern vor dem Auftritt beschreibt. Wie bei einer Komposition weben verschiedene Stimmen ein stimmungsvolles Ganzes, eingefügt sind auch noch berührende Gedichte der Autorin aus ihrem Gedichtzyklus „Innen drinnen“ von 2003 und „Die alten bösen Lieder“ von Heinrich Heine (von Robert Schumann in seinem Liederzyklus Dichterliebe op.48 vertont).

Im Zeitraum von 17.30 Uhr mit dem Eintreffen der ersten Sänger bis zum Konzert um 20 Uhr umfasst diese Erzählung die aufregenden Momente vor dem Konzert in den Gedanken der Sänger und der Chorleiterin: die Vorbereitungen, das Lampenfieber, die Gewohnheiten und Rituale, die ablaufen, aber ebenso Erinnerungen und Träume der Individuen, die später auf der Bühne zu einem Chor zusammenwachsen sollen. Ein wenig musste ich mich erst einlesen, aber es lohnt sich, auch ich teile solche Erinnerungen aus meinem Chorleben, konnte viele Gedanken nachvollziehen.

Ein empfehlenswertes Büchlein, ein besonderes Buch für Chorsänger und Chorleiter, sehr gut auch als Geschenk geeignet.


Wie Musik im Chor möglich wird – ein Erfahrungsbericht für Chorleiter und Chorsänger

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Chorrekter Umgang : Wie Musik im Chor möglich wird

– ein sehr interessanter Erfahrungsbericht und eine Ideensammlung mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis für Chorleiter

Die Autorin:

Corinna Rösel-Tabken wurde 1967 in Vohenstrauß in der Oberpfalz geboren. Dort gründete sie mit 17 Jahren ihren ersten Chor, einen Kinderchor. Es folgten ein Studium in Operngesang und eines in Gesangspädagogik, beide am Richard-Strauss-Konservatorium in München. In Montréal bekam sie den letzten Schliff als Sängerin, gewann dann noch einen Preis bei einem internationalen Gesangswettbewerb und verabschiedete sich dann von der Oper. Sie widmet sich ganz dem Weitergeben von Musik, dabei ist ihr Stil geprägt von der intensiven Beschäftigung mit Stimme, Chorleitung und Psychologie. Corinna Rösel-Tabken gibt Gesangsunterricht, komponiert und arrangiert Stücke für ihre Chöre, entwickelt Seminare und führt Workshops durch. Sie begleitet Chöre als Stimmbildnerin und Coach.www.erlebnis-singen.de (Quelle: Strube-Verlag)

 

Aus dem Vorwort:

“In diesem Buch geht es nicht  um Stimmbildung und Intonation im herkömmlichen Sinn, sondern um die Menschen im Chor, ihre Bedürfnisse und ihre stimmliche Reaktion auf den Umgang miteinander. Es geht um das Tun im Einklang. Das Ergebnis ist eine Stimmbildung der besonderen Art, denn Menschen klingen besser, wenn es ihnen gut geht… Ein Chor, der seinen Umgang miteinander harmonisiert, schöpft sein internes Stimmbildungspotential aus, ohne eine einzige Übung zu singen.”

 

Mein Leseeindruck:

 

Dieses leicht verständlich geschriebene Buch ist für Chorleiter und Chorsänger gleichermassen wertvoll, besonderer Wert wird auf den Umgang miteinander gelegt und Wege aufgezeigt, auf geschickte Art den Sängern (aber auch dem Chorleiter) die Steine, die sie sich selbst und gegenseitig in den Weg gelegt haben, beiseite zu räumen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: miteinander Musik zu machen.

 

Dem Chorleiter erschliessen sich viele Ideen, wie er das Miteinander seiner Chorsänger in gute Bahnen lenken kann und aus vielen verschiedenen Individuen ein einheitliches Gebilde Chor formen kann.Als erfahrene Chorleiterin berichtet die Autorin in vielen Beispielen aus der Chorpraxis, vieles kann man direkt in der nächsten Chorprobe anwenden und ausprobieren. Das klar gegliederte Inhaltsverzeichnis macht es leicht, zu einzelnen Themen gezielt nachzulesen, z.B. Rollenverständnis, Aufgaben, Organisation, Methodik und Motivation.

Als Chorsänger waren für mich die Passagen zum Thema Stressbewältigung beim Auftritt und menschlicher Umgang untereinander am interessantesten.

 

Klare Leseempfehlung für alle, die mit Gesang und Chormusik zu tun haben !

 


Französische Feinschmeckerkost für Krimifans – lecker !!!

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Coq au vin

ist nicht immer nur ein leckeres französisches Gericht, sondern im Fall dieses provenzalischen Feinschmecker-Krimis die Inszenierung des ersten Mordes. Der Tote wird in einem Weintank im Weinkeller des Hotels Domaine des Grès gefunden, auf dem Weintank klebt das Rezept: Coq au vin.

Der Dorfpolizist Pierre Durand (ehemaliger in Ungnade gefallener Pariser Kommissar) ist der erste Ermittler vor Ort, aber eigentlich nicht zuständig. Er wurde gerade von seiner Freundin Celestine verlassen, möchte einen Kochkurs im Hotel machen, um sie wieder für sich einzunehmen, dabei stößt er auf viele Hinweise, die für die Mordermittlung relevant sind. Das Problem: zuständig ist Commissaire Jean-Claude Barthelemy, der von oben instruiert ist, Pierre Durand von allen Ermittlungen fernzuhalten. Aber als Dorfpolizist kennt Pierre die Einheimischen …

Es kommt zu spannenden provenzalischen Verwicklungen (Titel!) und zahlreiche leckere Gerichte werden vorbereitet und gekocht. Die Rezepte dazu stehen auf der Homepage des Verlags (Hinweis auf dem inneren Klappentext). Dieser Roman ist der erste Frankreichroman einer bekannten deutschen Autorin unter dem Pseudonym Sophie Bonnet.

Der Krimi hat mich von Anfang an fasziniert und gefesselt. So ungewöhnliche Mordmethoden und typisch französisches Gerangel zwischen der Dorfgendarmerie und den Commissaires der Police nationale, die Beschreibung des Dorfes und vor allem der Dorfbewohner mit ihren unterschiedlichen Charakteren fand ich einfach fesselnd und kurzweilig zu lesen. Sehr sympathisch war mir der (nicht)ermittelnde schlitzohrige Pierre Durand in seinem Beziehungsschlamassel – und die Köchin Charlotte in ihrer liebenswerten Art.

Die Geschichte erinnerte mich zudem an Bruno, Chef de Police von Martin Walker. Das ist jedoch nicht negativ gemeint , denn die „Provenzalischen Verwicklungen“ haben ihren eigenen Charme und die Provence ist ja schließlich nicht die Dordogne …Für mich war dieser Kriminalroman ein Volltreffer: ein fesselnder, charmanter, von leckerer französischer Küche begleiteter sehr unterhaltsamer Kriminalroman vom Feinsten ! Klare Leseempfehlung – besonders für Frankreichurlaube oder die Vorbereitung dazu. Aber Vorsicht: Nichts für Diätwillige !

Vielen Dank dem Verlag Blanvalet für das im Rahmen der Leserunde bei Lovelybooks zur Verfügung gestellte Leseexemplar.


Jetzt im Taschenbuch erhältlich ! Leseempfehlung !

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Klappentext:

Es reicht. Alfons Dirnberger hat die Schnauze voll. Zum Beispiel von seinem Job, seinem Chef, seinem Leben und davon, ständig einen Gemüseverkäufer mimen zu müssen. Aber so ist das eben, wenn man beim unwichtigsten Geheimdienst der Welt arbeitet. Ein Diebstahl im Ägyptischen Museum der süddeutschen Landeshauptstadt M. beschert ihm einen vermeintlichen Routineauftrag. Bald jedoch sieht er sich einer mörderischen Melange aus Verrat, Korruption, Unfähigkeit und dem Formular M82 gegenüber. Von seinen Gegnern ganz zu schweigen. Ein Buch für Leser, die wissen wollen, was man beim Wallerfischen herausholen kann, warum man immer Bauschaum im Haus haben sollte, inwieweit die Natur Übernatürliches zulässt, was der Weihnachtsmann ehrenamtlich macht, wozu das Oktoberfest gut ist und wie das alles zusammenhängt. Außerdem erfahren Sie (ohne Gewähr), wie man wirklich unsterblich wird – und warum Sie es nicht werden wollen.
Mein Leseeindruck:

Das Buch ist schwierig in Worte zu fassen . Es ist ein Feuerwerk an lustigen, skurrilen, fantastischen Ideen, das ich mit Sicherheit mehrmals lesen werde, um doch immer wieder neue Details und Zitate zu finden, die unheimlich lustig und lesenswert sind. Manchmal kommt man sich vor wie in einem bairischen James Bond -Film. Es macht einfach Spass, besonders wenn man häufiger in der Stadt M. in B. verkehrt und den V-Markt, der fest in Geheimdiensthand ist – welch geniale Idee, diesen Gemüsemarkt als Agententreff zu nehmen !- gut kennt .

 

Überhaupt kommen natürlich viel bayerntypische Schmankerl vor, auch äußerst gefährliche, ich nenne da nur die Zamperlbombe … Wer wissen will , was es damit auf sich hat , sollte das gelbe Buch nehmen und lesen, lesen, lesen …Es lohnt sich .

 

Ein paar Worte noch zur äusseren Erscheinung:

Auch die Optik ist etwas ganz Besonderes. Das Buch erstrahlt in leuchtendem Gelb – nicht nur der Umschlag, auch der Schnitt ist gelb!  Also auch für Bibliophile eine Rarität – grosses Lob an den Hersteller ! Das Cover ziert ein Pharao mit Weisswurst und bairischen Rauten, der ein wenig an Asterix erinnert .Auf der Rückseite sind wichtige Gegenstände und Figuren abgebildet, u.a. eine bairisch ausgestattete Mumie mit Lebkuchenherz, der Kaktus namens Sepp, Bauschaum ….Ein Hingucker, der neugierig auf den Inhalt macht. Es macht einfach Freude, dieses liebevoll gestaltete gelbe Buch in die Hand zu nehmen.

 

Ich werde es meinen Freunden in der Stadt M. wärmstens ans Herz legen, klare Leseempfehlung,

Im Taschenbuch auch – statt Blumen – ein farbenfrohes Mitbringsel, das nicht verwelkt …

5 Sterne !


Neue Rezension bei Lovelybooks

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Tödlicher Handel – (K)ein Regionalkrimi

 

Tödlicher Handel

Zum Inhalt :Im vornehmen Eulenrain in Stuttgart brennt ein Wohnhaus. Bei den Löscharbeiten findet die Feuerwehr deine männliche Leiche. Die Stuttgarter Kommissarin Anita Schenk und ihr Team entdecken, dass der Nachbar, der plötzlich verschwindet, noch eine Rechnung mit dem Toten offen hatte.Dubiose Gestalten einer Sicherheitsfirma beschatten die Ermittler, ein Arzt versucht, seine Kontakte zum Toten zu vertuschen und ein nicht ganz koscherer Psychologe spielt ein seltsames Spiel. Dann taucht auch noch die uneheliche Tochter des Verstorbenen auf …Die Suche nch der Wahrheit führt die Stuttgarter Kripo weit aus dem Ländle hinaus, bis in den hohen Norden. (aus dem Klappentext)

Der Autor:

Jochen Bender wurde 1965 in Stuttgart geboren. Seine Tätigkeit als Psychologe, besonders die am Kriminologischen Institut der Uni Tübingen und im Frauen-Knast in Schwäbisch Gmünd, liefert ihm Inspiration für seine Krimis. 2007 erschien sein erster Roman, dem 2011 sein erster Krimi mit den Kommissaren Anita Schenk und Roland Berger folgte. Aktuell ermittelt das Duo gemeinsam in seinem dritten Fall „Tödlicher Handel“. Die spannenden Krimis spielen Großteils in Jochen Benders Heimatstadt Stuttgart, führen aber auch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Neben den Kommissaren bekommt in jedem Krimi ein Psychologe oder eine Psychologin eine bedeutsame Rolle… (Quelle: Lovelybooks)

Mein Leseeindruck:

Tödlicher Handel ist Jochen Benders dritter Kriminalroman um Anita Schenk und ihr Team, wobei ich Band 1 und 2 noch nicht gelesen habe. Warum Kriminalkommissar Roland Berger in der Vorgeschichte eine Auszeit gebraucht hat und nun wieder zurückkehrt habe ich einfach als gegeben hingenommen. Er ist eine innerlich zerrissene Figur, mit ihm konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Anders Anita Schenk, die relativ geradlinig ihre Ermittlungen vorantreibt.

Ich habe das Buch am Stück durchgelesen , es war spannend, obgleich ich manche Szenen im Mitteltteil, vor allem im Norden auch verwirrend fand und wieder zurückblättern musste.
Der Roman ist zwar kein Regionalkrimi im Sinne von humoristisch gefärbtem Heimatkrimi, Dialekt kommt überhaupt nicht vor, aber für mich war eine Menge Stuttgart drin in der Beschreibung der Strassen und Stadtviertel, dieses Wiedersehen hat mir gut gefallen.

Eigentlich las ich ganz gespannt und voll Interesse an dem Fall, manche Nebensaechlichkeit war vielleicht ein bisschen zu ausführlich dargestellt, Schweden war ein wenig verwirrend, aber im großen und ganzen war es für mich gute Krimiunterhaltung.
Cover und Aufmachung des Buches gefielen mir , lediglich eine deutlichere Kapitelunterteilung , besonders bei den vielen Wechseln der Schauplätze wären für mich hilfreich gewesen.

4 Sterne, ein unterhaltsamer Krimi für zwischendurch

Vielen Dank dem Verlag Oertel u. Spörer für das Rezensionsexemplar.